Retreat-Urlaub – was ist das?

Retreat-Urlaub: Eine Person entspannt in einer Hängematte, die in einem offenen Holzhaus mit Blick auf den Dschungel hängt.

Dauerstress, Unausgeglichenheit, permanenter Medienkonsum und die Hektik des Alltags schreien geradezu nach neuen Lösungen zur Entspannung, zum Stressabbau und zum Urlaub machen. Retreat-Urlaub rückt in den Fokus denn immer mehr Menschen suchen nach einem Rückzug zum Auftanken, einer Auszeit mit Mehrwert. Retreat-Urlaub kann ein Neustart für Körper und Seele sein.

Urlaub mal anders

Es gibt unendlich viele Arten und Möglichkeiten, um Urlaub zu machen und sich zu erholen. Und es gibt sehr viele unterschiedliche Typen von Reisenden. Die All-Inklusive-Urlauber machen oft nix außer faul auf der Hotelliege zu fläzen und zu meckern, wenn das Schnitzel auf Kreta anders schmeckt, als zu Hause. Die Backpacker fachsimpeln darüber, wo man noch billiger übernachten kann und wessen Zugfahrt durch Indien noch länger dauerte. Die Aktiven besteigen im Funktionsklamotte-Partnerlook den Kilimanjaro oder lichten mit Super-Objektiven jedes Tier auf der Safari hundertfach ab. Neuerdings kommen die Flashpacker hinzu. Sie sind oft “digital nomads”, schreiben Reiseblogs oder arbeiten im Social Media Bereich, schleppen allerlei technischen Schnickschnack rum, bestehen aber stets darauf, individuell und mit Rucksack zu reisen. Und so könnte die Liste lange fortgeführt werden: die VW-Bulli-Liebhaber, die oft ohne Ziel drauf los ziehen, die Planer, die bei der 12-Tage-Indochina-Rundreise nichts dem Zufall überlassen, die Minimalisten, die nur mit Zelt und Gaskocher losziehen und seit einiger Zeit kristallisiert sich eine neue Spezies heraus: die Retreat-Urlauber.

Urlaub mal anders: im VW-Bus reisen bedeutet Freiheit pur. Ein gelber alter Bulli fährt durch eine felsige Wüstenlandschaft.
Abenteuer und Freiheit: ohne Ziel mit dem Camping-Bus losfahren.

Was ist ein Retreat-Urlaub?

Wortwörtlich bedeutet Retreat Rückzug oder auch nachgeben, zurückweichen, sich zurückziehen. Im Kontext des Urlaub-Machens kann man als Retreat somit den Rückzug aus dem Alltag auf mehr oder weniger spirituelle Art und Weise verstehen. Der Ursprung liegt bei den buddhistischen Mönchen, die sich oftmals für längere Zeit in Klöster zurückgezogen haben, um dort Ruhe zu finden, sich selbst zu reflektieren und schließlich Erleuchtung zu erlangen. Daran hat sich bis heute nicht so viel verändert, auch wenn man sich natürlich nicht monatelang in einem Kloster verschanzen muss, um zu sich selbst zu finden. Es geht vor allem auch darum, Energie zu tanken, zur Ruhe zu kommen, sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen und sich vom vollen Terminkalender oder dem Smartphone zurückziehen zu können. Nebenbei hält man sich körperlich fit, lernt Land und Leute kennen und trifft Gleichgesinnte.

Retreat-Urlaub: Mitten im Wald steht ein kleines Holzhaus, davor ist eine Hängematte gespannt. Digital Detox im Wald.
Retreat im Wald. Kein WIFI, kein Empfang – Digital Detox in der Natur.

Von Schreien bis Schweigen, von Essen bis Hungern

Der Klassiker unter den modernen Retreat-Angeboten ist ganz klar: ein Yoga-Retreat. Doch damit hört es nicht auf. Es gibt unzählige Formen und Varianten von Retreats. Man kann meditieren, tanzen oder performen, man kann das Schweigen lernen, lauthals singen oder schreien, sich gesund ernähren, fasten oder entgiften. Man kann viel Sport treiben und sehr aktiv sein oder sich einfach gar nicht bewegen. Es gibt Retreats in völliger Dunkelheit oder Stille, Retreats am Meer, in den Bergen oder in der Wüste. Man kann im Kloster leben, im Zelt, in Schlafsälen mit zig Gemeinschaftsbetten oder im Luxushotel. Es gibt nichts, was es nicht als Retreat gibt.

Dabei kann das jeweilige Programm mehr oder weniger “retreat-lastig” sein. Natürlich darf man auch Freizeit haben – wenn man das will. Auch der Dauer eines Retreats sind keine Grenzen gesetzt. So gibt es 1-Tages-Angebote ebenso wie Retreats, die über mehrere Monate oder gar Jahre gehen. Jeder darf teilnehmen und für jeden ist wohl irgendwo auf der Welt das richtige Angebot dabei.

Eine Frau mit einer Tätowierung im Nacken sitzt am Strand, blickt aufs Meer und meditiert.
Beim Meditieren am Strand findet man Ruhe und Entspannung.

Was bringt ein Retreat-Urlaub?

Vereinfacht ausgedrückt: einen körperlichen und/oder geistigen Neustart. Retreat-Urlaub ist eine Kombination aus Ausruhen und Aufräumen. Ein nachhaltiges Urlaubskonzept und zwar nicht rein in Bezug auf die Wahl der Eco-Unterkunft und des umweltschonenden Verkehrsmittels, sondern vielmehr bezogen auf uns selbst. Wir wollen eine Urlaubs-Erfahrung, die uns prägt, von der wir lange zehren, bei der wir uns weiterentwickeln, etwas Neues lernen und die uns fortan im Alltag begleitet. Ziel ist es, etwas Dauerhaftes, Wohltuendes und Nachhaltiges für uns selbst von dieser Reise mitbringen. Etwas, das nicht ebenso schnell verflogen ist, wie der Sonnenbrand aus Lanzarote oder der Muskelkater von der Matterhorn-Besteigung.

Aber die Sache hat natürlich einen Haken: Die Lösung unserer Probleme wird nicht durch das bloße Einchecken in der Unterkunft erreicht. Man muss sie sich erarbeiten. Retreat-Urlaub ist anstrengend und nicht rein als lockere Urlaubsalternative zu sehen.Dennoch hat ein Retreat zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Arten von Urlaub.

Retreat-Urlaub in der Natur. Der Blick fällt durch ein geöffnetes Zelt hinaus in den Wald. Man blickt auf Bäume und den Rauch eines erloschenen Lagerfeuers.
Kopf aus – Erholung an. Zelt und Natur als Entspannungsgarant.

8 Vorteile von Retreat-Urlaub

  1. Wie erwähnt: ein körperlicher und seelischer Neustart
  2. Man kommt mal raus – egal ob nach Costa Rica oder in den Schwarzwald – ein Tapetenwechsel tut immer gut.
  3. Je nach Wunsch-Retreat liegt der persönliche, körperliche oder geistige Vorteil in schweißtreibender Muskelarbeit oder im bewegungslosten Meditieren, im Stillsein oder im Lautsein, im Essen oder im Nicht-Essen, in der Kreativität oder der völligen geistigen Ruhe. Immer jedoch mit demselben Ziel: Selbstreflexion und Selbstfindung, Ruhe und Ausgeglichenheit, Probleme lösen, den PC-Kopf durchlüften, den Alltag für eine Weile vergessen.
  4. Man entscheidet selbst, wieviel Programm und wieviel persönlichen Rückzug man möchte. Nichts ist ein Muss.
  5. Man trifft Gleichgesinnte und kann seine Erfahrung gemeinsam mit der Gruppe teilen – sofern man das möchte.
  6. Viele Menschen genießen es, keine Entscheidungen treffen zu müssen und vertrauen daher gerne einem Guide, Guru, Yogi oder Gruppenleiter.
  7. Retreat-Urlaub ist ein nachhaltiges Urlaubs-Konzept, bei dem es um wesentlich mehr geht, als nur ein bisschen Entspannung. Es prägt dauerhaft, verändert Menschen, erhöht Lebensqualität und Wohlbefinden.
  8. Man erweitert seinen Horizont, öffnet sich für etwas Neues, springt über seinen Schatten und verlässt unter Umständen die altbekannte Komfortzone. Je nach Ziel kann man dabei in fremde Kulturen eintauchen.

Wer jetzt neugierig geworden ist und denkt, dass ein Retreat das Richtige sein könnte, der kann einen Blick in unsere zahlreichen Angebote aus verschiedenen Kategorien werfen.

Fotos: Danke an Roman Raizen (Titelbild), Dino Reichmuth, Cara Fuller, Max Rovensky und Scott Goodwill.

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